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Nach den zahlreichen Berichten der letzten Woche kam ich heute nicht daran vorbei, Wolfram Alpha auch mal zu testen. Das vor allen Dingen deswegen, weil ich bei Twitter zahlreiche Einträge lesen durfte wie z. B. “Wolfram Alpha – so sucht man ab sofort im Internet”, etc. Da das Wort “Google-Killer” genau wie “iPhone-Killer” bei mir schon seit einiger Zeit auf dem ganz persönlichen Index steht und eigentlich zum Unwort erklärt werden sollte, war ich natürlich ein bisschen gespannt, ob Wolfram Alpha brauchbar ist.
Ich habe nicht extrem getestet, sondern mich in die Lage eine “Otto-Normal-Suchenden” versetzt, der ein paar Dinge im Web herausfinden will. Und so dachte ich mir, dass es sicher Leute gibt, die bei Wolfram Alpha nach Infos zu Amy Winehouse suchen. Die Ausbeute dieses Suchbegriffs war eher mau. Kurze Angabe zur Person, Beruf, Geburtsdatum, Wohnort (der zurzeit übrigens nicht London ist) und eine schicke Timeline. Grafisch alles nett aufbereitet. Zwecks Recherche leider völlig unbrauchbar.
Nächster Versuch: Keyword der Stunde ist “Mp3″. Interessant. Wolfram Alpha hört scheinbar keine Musik und ist auch nicht technikinteressiert. Stattdessen bekomme ich den Schmelzpunkt irgendwelcher Elemente in Grad Celsius angezeigt. 940 immerhin. Wow. Spektakulär, für meine Recherche allerdings extrem unbrauchbar.
Also noch eine Chance für den “Google-Killer”. Aus Gründen der Aktualität entscheide ich mich für “Eurovision Song Contest”. Und siehe da: “Wolfram Alpha ist sich nicht sicher, was es mit der Eingabe anfangen soll.” Schade. Keine Infos, dafür Verweise zu möglicherweise ähnlichen Suchanfragen, die aber leider überhaupt nicht relevant sind.
Zusammengefasst: Wolfram Alpha mag alles Mögliche sein, aber sicher kein “Google-Killer” und wohl auch nicht mal eine richtige Suchmaschine. Wenn ich mich recht erinnere, hat das der Erfinder aber auch nicht behauptet. Leider ist die Presse immer recht schnell, wenn es um das Thema “Wer könnte Google das Wasser abgraben” geht. Hier wird ganz sicher nichts abgegraben. Großer Nachteil meines Erachtens (abgesehen davon, dass die “gefundenen” Infos nicht viel bringen) ist die Tatsache, dass Wolfram Alpha keine Ergebnisalternativen präsentiert, sondern gleich “irgendein” Ergebnis.
Auch wenn der typische Google-Nutzer nur die erste Seite anguckt und da auch wohl mittlerweile nicht mehr als die ersten 5 Ergebnisse wirklich wahrnimmt, ist es doch immer ganz schön, wählen zu können. Wolfram Alpha ermöglicht dieses Feature leider nicht.
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Tags » alpha, test, wolfram |
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«Wolfram Alpha Test»
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7 Kommentare zu "Wolfram Alpha Test"
18. Mai 2009
[...] Original post: Wolfram Alpha Test [...]
18. Mai 2009
So ist es. Kann ich nur unterschreiben. Wenn da nicht schnell nachgebessert wird, dann ist es für mich der Flop des Jahres.
18. Mai 2009
Es ist ja bekannt dass die Lautstärke eines Hypes oft die Qualität übertrifft. Aber dieser Flop schlägt alles! Wenn man dauernd “Wolfram|Alpha isn’t sure what to do with your input.” liest, fragt man sich, ob da nicht die ganze Öffentlichkeit einfach nur auf den Arm genommen wurde..
18. Mai 2009
Ohne vorher irgendwas davon gehört oder gelesen zu haben, ich finde es beeindruckend. Der Unterschied zu Google ist – Google weiß nicht, was man meint, wenn man z.B. “average income per person in germany in euro” eingibt. Man findet halt viele Webseiten die die Schlüsselwörter und vermutlich irgendwo auch das Ergebnis erhalten. wolframalpha hingegen versucht aber aus dem was man wissen will einen Sinn zu ziehen. Stichwort: Semantik. Ich kann z.B. meine Anfrage oben ergänzen in dem ich “average income per person in 2006 in germany in euro” schreibe und die Suchmaschine weiß genau was ich meine, Google hingegen spuckt mir jetzt einfach neue Webseiten aus und ich kann mir das Ergebnis wieder suchen.
Diesen Ansatz finde ich als Informatiker und Datenbankler ausgesprochen interessant, allerdings fehlt der Suchmaschine noch einiges an Datenmaterial und ich denke um ein “Google Killer” zu werden, müss(t)en die Daten direkt aus dem Web gezogen werden und als Quellen verfügbar sein, mit Alternativen natürlich. Alles in allem aber ein klasse Ansatz, wie ich finde.
18. Mai 2009
Hallo,
Steven Wolfram hat nie behauptet, ein Google Killer zu sein. Er hat lediglich gesagt, eine neuartige Form Suche vorzustellen. Dieser Versprechen hat er meiner Meinung nach gehalten. Auch wenn sich Wolfram Alpha nicht durchsetzen wird, mich persönlich hat es positiv überrascht…
Grüße
Gretus
20. Mai 2009
Also ne Suchmaschine ist es nicht. Aber es versteht fragen auch noch nicht so wirklich.
Ich denke in 1-2 Jahren wenn alles optimiert ist, kann es aber eine sinnvolle Ergänzung zu Google & Wikipedia werden.
23. Mai 2009
Das Problem an Wolfram Alpha ist, dass es komplett anders zu bedienen ist als Google – vor allem für uns Deutsche. Statt zu sagen “gib mir alle Infos die du zum Thema x… hast” musst du ihm sagen “sag mir doch mal wie groß x ist”.. dh man muss sehr genau wissen was man sucht – ansonsten wird man nicht zum Ergebnis kommen.