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Aufreger des Jahres: Schlechte Linktauschanfragen

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Schlechte Linktauschanfragen2010 neigt sich dem Ende und in den letzten beiden Wochen jeden Jahres erscheinen recht viele Jahresrückblicke, die sich mit diversen Themen der vergangenen 12 Monate auseinandersetzen. Natürlich ist 2010 extrem viel passiert (wie eigentlich in jedem Jahr), aber vor allem bei unser aller heißgeliebtesten Suchmaschine Google war richtig was los. Das kann man zum Beispiel bei Gretus und den Kollegen von SEO United sehr schön nachlesen. Und weil dort (sowie an vielen anderen Stellen) wirklich reichlich geschrieben worden ist, wollen wir das Thema des reinen Jahresrückblicks auch nicht aufgreifen, sondern darüber schreiben, was uns 2010 besonders genervt hat (und da sind wir sicher nicht allein). Es geht um folgendes (leidiges) Thema: Linktauschanfragen.

Linktauschanfragen haben mit Sicherheit 99,9% unserer Leser schon bekommen. Freud und Leid liegen bei diesem Thema sehr dicht beieinander, denn es gibt durchaus gute und sinnvolle Linktauschanfragen – und bedauerlicherweise auch solche, die nicht mal die paar Kilobytes der Email wert sind, mit der sie verschickt wurden. Ganz besonders ärgerlich/nervig sind Linktauschanfragen vor allem dann, wenn sie zum Beispiel folgende “Inhalte” haben…

1. Der Name des Absenders oder die Absenderemailadresse klingt “komisch”

Man könnte “komisch” auch gegen “nicht vertrauenswürdig” austauschen. Speziell osteuropäisch klingende Namen können Unbehagen verursachen. In vielen Fällen wird auf einen richtigen Namen allerdings sowieso verzichtet. Statt dessen kommen teilweise kryptisch anmutende Zeichenfolgen. Teilweise ist es notwendig, die Anzeige fremder Sprachen zu aktivieren (warum schickt jemand eine Linktauschanfrage aus China?), damit man überhaupt etwa erkennen kann. Die Löschtaste ist hier fast immer der beste Freund.

2. Der Absender nutzt keine persönliche Anrede

Ganz ernsthaft: Jemand, der eine Linktauschanfrage sendet, will doch etwas erreichen – er will einen Backlink. In Zeiten guter Software auch für den personalisierten Massenversand ist es zu vielen Menschen scheinbar nicht durchgedrungen, dass man auch persönlich anreden kann, ohne jede Email einzeln einzutackern. Wer eine Linktauschanfrage startet und trotzdem zu faul ist, eine persönliche Anrede auf die Reihe zu bekommen, der fällt ebenfalls in 99 von 100 Fällen augenblicklich der Löschtaste zum Opfer.

3. Der Verfasser der Linktauschanfrage ist voll des überschwänglichen Lobs

Wer hört nicht gern Komplimente? Im Prinzip eigentlich jeder – sollte man denken. Bei Linktauschanfragen verhält sich das leider in vielen Fällen anders. So mancher Verfasser solcher Anfragen ergeht sich über mehrere Zeilen in unglaublichen Lobhudeleien über die Website, von der er einen Link haben will. Oder noch besser: Es wird überhaupt keine konkrete Tauschseite angefragt – trotzdem aber hat man alles “ganz toll” und “beeindruckend” gemacht. Solche Anfragen zollen doch eigentlich von totalem Desinteresse. Man kann sogar behaupten, dass das schon an sich arrogante Anmaßung ist. Und ein bisschen “verkohlt” fühlt man sich als Empfänger da auch. Natürlich ist man selbst der Meinung, gute Arbeit geleistet zu haben. Aber wenn jemand gleich den kompletten Honigtopf nimmt, um ihn einem um den Bart zu schmieren, dann ist das nicht wirklich glaubwürdig. Weniger ist hier meist mehr…

4. Linktauschangebote aus unpassenden Themengebieten

Jaja, jede der eigenen Seiten passt ausgezeichnet zu genau den Themengebieten, die der Linktauschanfrager vorschlägt. In 9 von 10 Fällen sind das Websites aus den Bereichen Immobilien, Kredit, Casino, Poker und so weiter. Klar. Sogar wenn sich die eigene Website mit dem Paarungsverhalten südamerikanischer Frösche befasst – sind PageRank, Domainpop und Alter in Ordnung, dann kann man da wunderbar auf eine Seite zum Thema Poker oder Casino (am besten in den USA und aus dem Footer heraus) verlinken. Tolle Sache. Muss man auch sicher nicht mehr viel zu sagen, weil garantiert JEDE/R schon einmal eine solche Anfrage bekommen hat.

5. Belehrungen zum Thema Suchmaschinenoptimierung und Linkbuilding

Auch immer gern gesehen. Als SEO Agentur haben wir in diesem Jahr zig Anfragen bekommen, wo in den ersten Sätzen gern erklärt wurde, warum den Suchmaschinenoptimierung so wichtig ist. Und warum man Links tauschen sollte. Und wie es dann funktioniert, dass man bessere Rankings bekommt – dank der getauschten Links. Eine komprimierte Einführung in das Thema SEO in 3 Sätzen. Super! Endlich weiß man mal, warum man das alles den ganzen Tag überhaupt macht. Wenn diese Einführung in Sachen SEO dann auch noch ohne persönliche Anrede von einer augenscheinlich russischen Email-Adresse kommt und man doch ein paar Links für die Bereiche Casino oder Poker locker machen soll, dann ist das auf jeden Fall mehr als vertrauenswürdig. Da muss man auch echt nicht mehr lang fragen – so eine tolle Chance kommt sicher nicht wieder! Und was gelernt hat man auch noch. Hallelujah!

Wir wollen uns hier auf 5 Punkte beschränken, obwohl wir ganz genau wissen: Es gibt mehr! Da aber auch wir bald in den Weihnachtsurlaub starten wollen, fehlt einfach die Zeit, die restlichen 995 Schwachsinnigkeiten bei Linktauschanfragen aufzulisten. Wer sich berufen fühlt, aus seinem/ihrem Erfahrungsschatz zu berichten, der/die möge das gern in den Kommentaren tun.

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7 Kommentare zu "Aufreger des Jahres: Schlechte Linktauschanfragen"

21. Dezember 2010

heiko

nun, die drei Sätze zum Thema SEO und warum ist ein Linktausch sinnvoll sind bei einer SEO Agentur vielleicht überflüssig, bei den meisten Seiten im Netz (die hinter denen keine SEOs stecken) aber durchaus angebracht. Insofern kann ich No. 5 nicht ganz nachvollziehen.

Ich denke es hat mit 2. zu tun. wer sich die arbeit macht, herauszufinden, wer dahintersteckt, kann sich 5. ggf sparen oder kann 5. eben als sehr sinnvoll ansehen.

21. Dezember 2010

Tjark

Natürlich gibt es viele “sinnbefreite” Vorschläge, aber wirklich nerven die “dreisten” Linktauschangebote. Nicht etwa von Hobbywebmastern (denn die wissen es manchmal wirklich nicht besser), sondern von den sogenannten großen “SEO Agenturen”. Die Damen und Herren Linkbuilder (ich meine natürlich Linkmanager) suchen sich starke Seiten mit wirklich gutem Content und bieten als Gegenleistung Links von absolut sinnfreien und schlecht gemachten Linktauschseiten.
Ganz toll finde ich auch, wenn die Linkbuilder für einen dauerhaften Link von einer guten Contentseite einen Einkaufsgutschein von 20 Euro anbieten …
Deine Punkte 1, 2, 3 und 5 regen mich schon lange nicht mehr auf …
Tipp: Lasst Euch doch mal Punkt 5 genauer erklären … Das bringt oft viel Spaß …

21. Dezember 2010

Thomas

#5 ist bei einer Agentur-Website natürlich ein Sonderfall, aber ansonsten verdient es sicher keinen Platz unter den größten Übeln. Für den normalen Hobby-Webmaster macht es ja absolut Sinn.

Die meisten Linktauschanfragen ohne vorherige Kontakte sind stark verbesserungswürdig. Aber ich sehe mittlerweile von jeglicher Formalität ab. Entweder der Vorschlag passt und bringt beiden Seiten etwas oder eben nicht. Wenn dann die persönliche Ansprache fehlt, ist es mir auch egal. So werden die zwar bei manchen auf taube Ohren stoßen, aber wer sich andererseits wegen so etwas einen guten Deal entgehen lässt, agiert auch nicht gerade gescheit. Im Falle von #4 kann man zumindest auch noch selbst überlegen, ob man irgendetwas passendes hätte. Wobei wenn jemand ohne Themenbezug und so schlecht tauscht, wirkt sich das auch wieder negativ auf die Einschätzung der Website aus. Linktauschanfragen sind zwar manchmal echt stümperhaft, aber Grund zur Aufregung sind sie imo nicht ;-)

Mich wundert es nur eher, was teilweise an Freelancer angestellt wird, die total unprofessionell für an sich gute und teils recht namhafte Projekte arbeiten …

22. Dezember 2010

Alen

Ich wurde von den Anfragen regelrecht gefoltert. Ich hasse das.

22. Dezember 2010

Domi

Na es gibt immer solche und solche. Und wenn bei 100 Anfragen nur zwei dabei sind, die für beide Seiten einen Mehrwert bringen, hat sich das Lesen der Anfragen doch schon gelohnt. :)

22. Dezember 2010

Henry

Ich habe sehr wenige gekriegt, mag wohl daran liegen dass auf meiner Internetseite kein “SEO” oder “Suchmaschinenoptimierung” vorkommt… obwohl ich heute morgen meine erste Casino Linktausch Mail im Ordner hatte !

Wer kein Casino Kram sucht kann sich jederzeit bei mir melden ;)

22. Dezember 2010

Webstandard-Blog

Gerade am Ende des Jahres hat dieser “Trend” stark zugenommen und mit Themenrelevanz hatten die wenigsten dieser Anfragen etwas zu tun. Ich denke, dass wird sich im nächsten Jahr auch nicht sonderlich verbessern ;o)

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