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Twitter vs. Google

17. März 2009, veröffentlicht in News | Trackback | RSS

In letzter Zeit konnte man vermehrt lesen, dass Twitter das neue Google werden könne. Grund für diese Annahme ist vermutlich die Tatsache, dass man bei Twitter Informationen aus seinem und dem Netzwerk anderer finden kann. Dafür muss natürlich die Suchfunktion von Twitter genutzt werden. Die Spekulationen, ob Twitter vielleicht sogar einer der vielen potenziellen Google-Killer sein könnte, seien an dieser Stelle zum Anlass genommen, um die Thematik “Twitter vs. Google” in Bezug auf das Finden von Informationen etwas eingehender zu beleuchten.

Das spricht für Twitter:

Bei Twitter findet man Informationen, die zielgerichteter sind als bei Google. Grund dafür ist, dass man im Zweifel zu Anfang sein eigenes Netzwerk befragt. Hier finden sich fast immer User mit gleichen Interessen. Aus diesem Grund gibt es relativ oft schnell Hilfe, entweder in Form eines Links oder als direkte Antwort auf eine Frage. Ist man nicht fündig geworden, kann man die Suchfunktion bemühen.

Vorteil der Suchfunktion ist, dass logischerweise nur Postings von Twitter-Usern erfasst werden. Da ein Twitter-User fast immer nur Quellen empfiehlt, die auch einen wirklichen Mehrwert für menschliche Besucher haben, landet man als Suchender recht schnell auf “handverlesenen Quellen”. Man wird also schnell fündig und das auch noch oft qualitativ hochwertig. Punkt für Twitter.

Bei Twitter macht Suchen mehr Spaß. In einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten kann man sich besser austauschen und die eigenen Interessen optimal pflegen. Das führt mitunter dazu, dass man einzelne Bereiche seiner Suche automatisiert. Man hat in seinem Netzwerk also Leute, von denen man weiß, dass sie in bestimmten (gern auch unregelmäßigen) Abständen nützliche, interessante oder unterhaltsame Informationen veröffentlichen. Dafür gibt es vor allem im Bereich Social Media zahlreiche Beispiele.

Twitter sieht besser aus. Nach 10 Jahren Google sind viele Leute an das Produkt gewöhnt. Zwar geht es beim Finden von Informationen nicht um die Verpackung. Die Inhalte zählen. Glaubt man aber den aktuellen Eyetracking-Studien, dann kommt es immer mehr zu einer Form der Abstumpfung. Menschen suchen bei Google nicht mehr, sie erwarten. Erscheint auf den ersten drei Plätzen der Ergebnisse nicht die gewünschte Information, wird die Suchanfrage modifiziert. Auch hier bietet Twitter klare Vorteile.

Grund dafür ist wieder das Netzwerk. Die Vielfalt der einzelnen User verbindet sich zu einem großen Infopool. Durch die verschiedenen Gestaltungsweisen der einzelnen Mitgliederseiten gibt es zudem auch noch immer etwas zu sehen. Das erfreut das Auge und sorgt für zusätzlichen Spaß bei der Suche. Außerdem gibt es bei Twitter (bisher) keine Werbung. Man wird also nicht unnötig abgelenkt.

Das spricht für Google:

Google hat die Internet-Suche revolutioniert und zu dem gemacht, was sie heute ist. Google ist schnell, einfach und liefert von allen Suchmaschinen die besten Ergebnisse. Gegenüber Twitter macht Google als traditionelle Suchmaschine einen entscheidenden Nachteil des persönlichen Netzwerks wett: es ist immer online. Bei Twitter geht das eigene Netzwerk auch mal schlafen. Google schläft nicht. Generell ist die Geschwindigkeit der Ergebnisfindung zu beachten. Schließlich kann man Google jederzeit benutzen.

Findet man die gewünschten Informationen nicht sofort, kann man die Sucheingabe modifizieren und gelangt im Zweifel ein paar Minuten später zum Ziel. Sucht man bei Twitter zu einem ungünstigen Zeitpunkt, dann kann es dauern, bis man eine Antwort bekommt. Selbst wenn man sich nicht auf das eigene Netzwerk verlässt und in anderen nachschaut, findet man im Zweifel nicht unbedingt sofort eine verwertbare Information.

Bei Twitter muss man Informationen selbst filtern. So kann es passieren, dass man durch einen guten Tweet auf einen Twitterer aufmerksam wird und im folgt. Wenn der gute Tweet nun aber der einzig gute Tweet des Twitterers war, hat man ein Problem. Folgt man ihm weiter (und nimmt in Kauf, haufenweise unnütze Informationen zu bekommen) oder lässt man es bleiben (in dem Fall verpasst man vielleicht weitere gute Informationen).

Google macht es dem Anwender hier leichter, weil alle Informationen immer vorliegen (weil gespeichert). Das gilt natürlich leider auch für die subjektiv weniger guten Informationen, allerdings ist der Pool einfach größer. Außerdem hat Google in den letzten Jahren relativ gut bewiesen, dass die Suchergebnisse durchaus etwas taugen. Sonst hätte das Unternehmen nicht den Status erreicht, den es heute hat.

Fazit:

Es gibt mit Sicherheit noch zahlreiche weitere Punkte, die man besprechen kann. Zusammenfassend soll an dieser Stelle erwähnt sein, dass ich persönlich die Twitter-Idee nach wie vor großartig finde, dennoch aber nicht der Ansicht bin, dass Twitter ein “Google-Killer” ist oder werden kann. Dafür ist Google in Sachen Informationsverwaltung im Internet einfach zu weit fortgeschritten und damit in großen Teilen der globalen Bevölkerung etabliert. Zudem bietet Google zum aktuellen Zeitpunkt allen Unkenrufen zum Trotz noch immer die größte Vielfalt und die einfachste Bedienung. Daran wird sich in meinen Augen auch so schnell nichts ändern.

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11 Kommentare

  • » kuk: Twitter, Google, SMX - Onlinemarketing konkret - schrieb am 17. März 2009:

    [...] Blog von tameco macht man sich interessante Gedanken zur Frage, ob Twitter geeignet ist, Google den Rang bei der Suche streitig zu machen. Kurze Antwort: Nein, aber [...]

  • » Webstandard-Team (Heiko) schrieb am 17. März 2009:

    Es profitieren beider wohl eher voneinander, als das sie miteinander konkurrieren. Wäre dein Titel eine Frage, würde ich sie mit neine beantworten und zu dem selben Fazit kommen wie du.

    Klasse Artikel!

  • » holger schrieb am 17. März 2009:

    Ehrlich gesagt läuft diese ganze hysterische Twitter Hype irgendwie vollends an mir vorbei. War überrascht diesen Artikel “…Twitter sei der mögliche Google-Killer” zu lesen.

    Danke jedenfalls für den informativen Artikel…auch wenn mir das getwittere ziemlich auf die….geht :-D

  • » Gretus schrieb am 18. März 2009:

    Hallo,

    Twitter mit Google zu vergleichen halte ich für weit hergeholt. Was kommt als nächstes, Twitter wird der neue Papst?

    Grüße

    Gretus

  • » tameco schrieb am 20. März 2009:

    Hallo Gretus,

    ich konnte speziell bei Twitter in den letzten Woche oft Tweets lesen, in denen genau auf diese Problematik verwiesen wurde: offenbar beginnen manche Laute tatsächlich, Twitter statt Google als primäre Informationsquell im Web zu nutzen. Diesbezüglich wollte ich ein paar Denkanstöße liefern…

    Gruß
    tameco

  • » Seodeluxe schrieb am 23. März 2009:

    Twitter wird Google wohl nicht ablösen, aber es bietet tatsächlich einen interessanten und vor allem zeitnah schnellen Zugang zu neuesten Informationen. Twitter könnte somit eher Google News ersetzen.
    Beste Grüße
    Marcell aka Seodeluxe

  • » tameco schrieb am 24. März 2009:

    Hi Marcell,

    sehe ich ähnlich. Allerdings bleibt immer das Problem der “qualifizierten Meldung”. Wird auf wirklich gute und echte Nachrichten verlinkt oder leidet die Qualität durch Postings von “Hobby-Autoren”?

    Gruß
    Björn

  • » Heike schrieb am 24. März 2009:

    Ich schließe mich der Meinung einiger meiner Vorposter an. Ich verstehe diese ganze Hype rund um Twitter nicht. Ich halt das doch für masslos übertrieben. Ja mag sein, dass Twitter ein nettes Spielzeug zur Kommunikation ist, aber gleich wieder vom Google Killer zu reden ist wohl wieder mal nur Wunschdenken. Ständig liest man bei jedem halbwegs ordentlichen neuen Suchdienst o.ä. von möglichen Google Killer. Tatsache ist, in absehbarer Zeit wird kein Dienst, egal wie er heißen mag Google in irgendeiner Form auch nur annähernd gefährden. Google ist innerhalb 10 Jahren stetig gewachsen und hat mehr Finanzkraft als jeder andere.

  • » michael schrieb am 18. Juni 2009:

    Denke auch das Twitter´n eher eine ergänzung zu Google ist, Big G ersetzten eher unwahrscheinlich. Auf jedenfall Top um aktuelles im Auge zu behalten.

  • » Senat schrieb am 06. Januar 2010:

    sehe ich ähnlich

  • » Cem schrieb am 24. Mai 2010:

    jep finde ich auch aber ich glaube google wird etwas ähnliches wie twitter schon entwickeln

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