6. Dezember 2009, veröffentlicht in News | Trackback | RSS
Kostenlose Tools sind im Web extrem beliebt. Kommen sie zudem noch aus dem Hause Google, springt so mancher User vor Freude gern im Dreieck. Schließlich bietet der Suchmaschinenprimus immer wieder überzeugende Produkte - für lau. Dass man damit natürlich eigene Interessen verfolgt, sorgt immer für den Vorwurf, man sei ein “Datenkrake”. Google Analytics ist eines dieser guten Produkte. Jeder kann es auf der eigenen Website kostenlos einsetzen und bekommt so stets mit, welcher User auf der eigenen Website was macht.
Google Analytics ist derart detailliert, dass fast keine Wünsche offen bleiben. Das gilt allerdings nicht für deutsche Datenschützer. Die haben in Bezug auf Google Analytics so einige Wünsche. Ganz vorn auf der Wunschliste: das Tool darf ungefragt keine IP-Adressen von Nutzern speichern. “Ungefragt” bedeutet in diesem Kontext, dass von keinem Besucher einer Website, auf der Google Analytics läuft, die IP-Adresse gespeichert werden darf. Diese Funktion ist in der Software jedoch integraler Bestandteil. Deutsch Datenschützer behaupten, dass die Funktion gegen relativ viele Regeln verstoße und empfiehlt den Nutzern von Google Analytics, die Software nicht weiter einzusetzen.
Mehr noch: die Datenschützer fordern prinzipiell, dass Google Analytics nur dann eingesetzt werden darf, wenn der Besucher einer Website, die das Tool verwendet, explizit in die Speicherung seiner IP-Adresse einwilligt. Vorher, versteht sich. Ein Opt-In-Verfahren für die Nutzung einer Website also, wie man das von Email-Newslettern kennt. Spätestens bei dieser Forderung wird die Weltfremdheit der Datenschützer offensichtlich. Wie soll das gehen? Will ein Internetnutzer auf potenziell JEDER Website, die er besucht, vorher erst diverse Formulare lesen und Datenschutzbestimmungen akzeptieren? Wohl kaum. Google Analytics wird nach diesem aktuellen Beschluss der obersten Datenschutzbehörde in Deutschland zunächst theoretisch unbrauchbar. Ob in der Praxis jetzt alle Webseiten-Betreiber die Software entfernen werden, bleibt fraglich. Zudem hat man an den entsprechenden Stellen schon darauf hingewiesen, dass es keine “rechtlichen Schritte” gegen Websites, die Google Analytics nutzen, geben wird.
Google wird in Kürze vermutlich reagieren - davon gehen zumindest Experten in den Medien aus. Irgendwas wird mit Sicherheit geschehen, damit die Software in Deutschland weiter laufen kann. Denn ohne Google Analytics wurde dem Suchmaschinenprimus eine wichtige Möglichkeit fehlen, um an zahlreiche Nutzerdaten zu kommen. Und dieses Geschäft will man sich mit Sicherheit nicht verderben lassen.
Tags: analytics, datenschutz, google
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Einerseits haben die Datenschützer schon recht. Da aber nicht jeder Hanswurst auf die IP Adresse die Analytics gespeichert hat, noch die IP Adressen beim Provider zurück verfolgen kann halte ist das ganze für weniger problematisch als z.B. Google Streetview.
Ich verwende für meine Kunden eine lokale Installation von Piwik. Damit kommen keine Daten in fremde Hände bzw. verlassen das Land nicht.
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Die ganze Sache muss aber auch mal von der User-Seite aus sehen und verstehe ich schon, dass es die Datenschützer so langsam auf die Palme gehen wenn immer mehr Daten gespeichert werden. Klar für SEO´s würde das Analyticsverbot schlecht sein. Es sind auch schon die Cookies im Gespräch. Wenn man jetzt auch noch bedenkt, dass auch immer mehr LSO Cookies gespeichert die ja viel mehr Daten sammeln kann ich den Verbraucher schon verstehen, dass er keine Datensammelwut will.
Google Analytics ist illegal. Aber SWIFT wird durchgewunken. Muss man das verstehen?
@Hannes: Das Tool frisst aber sehr viele Resourcen… Ich würde es weiterhin nutzen, wenn der Server nicht imme extrem abgebremst werden würde.
[...] More here: Schlechte Zeiten für Google Analytics [...]
ich hoffe nur, dass Google schnell reagiert. Bis jetzt gab es ja wohl nicht einmal eine Stellungsnahme. Ehrlich gesagt bin ich nämlich schon verunsichert, ob ich Analytics weiterhin nutzen soll, oder ob ich dann bald mit Abmahnungen rechnen müsste.
@Alex B.
Du kannst ja Piwik auf einem eigenen Server laufen lassen, und diesen dann für verschiedene Websites nutzen. So wie Google Analytics.
Leider steht mit als Azubi nicht so viel Kleingeld zur Verfügung. Da sind kostenlose Dienste einfach aktraktiever.
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